Südafrika - Mozambique (Reisebericht)
(Südafrika)SA - Mozambique Teil II: Die Reise
Um 22:45 Uhr sitzen wir planmässig in unserer Maschine in Frankfurt und rollen zur Startbahn. Das Einchecken hat problemlos geklappt. Auf den Buchungscomputer der Lufthansa war wider Erwarten Verlass. Mein Kitegepäck lag mit 19,8 kg gerade noch innerhalb der Freigepäckmenge. Die Dame vom Check-In hat zwar einen kritischen Blick auf mein 11 kg schweres "Handgepäck" geworfen, mich aber dann nach einem Hinweis auf meinen Fotoapparat und ein schweres Buch ziehen lassen.
Knapp 10 Stunden und 8700 km später setzt die Maschine um 9:55 Uhr lokale Zeit in Johannesburg auf. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt im Sommer gerade mal eine Stunde, bedingt durch die europäische Sommerzeit. Jet-Lag gibt es in diesem Sinne also nicht.
Allerdings zieht sich die Einreise ein bisschen hin und so dauert es bis wir den Schalter unserer Mietwagenfirma erreichen. Den Wagen haben wir über eine deutsche Firma gebucht, die sich wiederum bei einer südafrikanischen Firma eingedeckt hatte. Der erste und einzige Schock dieses Urlaubs ist die Mitteilung eines freundlichen Angestellten von National Cars, dass auf unseren Namen keine Buchung vorliegt. Wie sich herausstellt, ist der Wagen, den wir in Deutschland bestellt hatten, bereits vor einem Monat aus dem Programm der südafrikanischen Firma genommen worden. Uns wird zunächst als Ersatz ein Sedan angeboten; damit ist in Südafrika ein normaler Personenwagen gemeint, also kein Jeep mit Vierradantrieb, wie von uns bestellt.
Grundsätzlich ist das für Südafrika auch absolut ausreichend. Das Strassennetz ist sehr gut ausgebaut, selbst die Tierparks und vereinzelte Schotterstrassen kann man mit einem normalen PKW problemlos befahren. Aber wir wollen dieses Jahr nach Mozambique und da kommt man ohne Geländewagen nicht weit. Wir telefonieren also im 15-Minuten Takt mit Deutschland und verweisen auf unseren Voucher für einen Jeep, den es nicht gibt. Nach 1 1/2 Stunden haben wir die Sachbearbeiter so weich geklopft, dass Sie uns Kostenersatz für eine Ersatzanmietung eines Jeeps bei Europcar genehmigen. Leider haben die nur einen Nissan Hardbody Double Cab 4/4 zur Verfügung. Und wir nehmen den Wagen schweren Herzens . In Anbetracht des Linksverkehrs und der Abmessungen im Parkhaus ist der Wagen erstmal furchteinflössend gross, aber wir haben die Wahl dieses Brummers mit 2,4 Liter Hubraum zu keinem Zeitpunkt bereut.
Von Flughafen fahren wir dann Richtung Bronkhorstspruit, einem kleinen Ort in der Nähe von Johannesburg an der Nationalstrasse Richtung Krüger-Park. Im Supermarkt und im Liquor Store besorgen wir uns unsere Grundausrüstung an Grillsachen und Spirituosen samt Kühlbox. Dann geht es weiter an den Bronkhorstspruit Dam, ein Wochenende-Segelrevier knapp 60 km entfernt von Johannesburg.
Vorgebucht haben wir eine übernachtung in der Kaia Manzi Lodge. Etwas teuer mit 400 ZAR für ein Zimmer mit Frühstück, aber der Ausblick ist grandios und der Zugang zum See mit Rasenstrand optimal. Obwohl es dieses Jahr extrem windig gewesen sein soll; beste Zeit August bis Anfang Oktober; entäuscht das Wetter.
16:00 Uhr - sonnig, 24 Grad, kein Wind! Der nächste Morgen ist auch nicht viel besser. Wir stehen zwar schon um 6:00 Uhr früh auf, um noch eine Kite-Session vor der Weiterfahrt einzulegen, aber das Wetter enttäuscht erneut. 7:00 Uhr - bedeckt, 23 Grad, Wind aus Nord, 6-9 Kts.
Grundsätzlich sollte man in Südafrika möglichst früh aufstehen. Wie in allen Ländern in Nähe des Äquators ist die Tageslänge über das Jahr hinweg relativ konstant. Während unserer Reisezeit ging die Sonne ca. um 4:30 Uhr auf und um 18:30 Uhr unter. In Südafrika wird früh aufgestanden, dafür enden alle öffentlichen Aktivitäten mit Einbruch der Dunkelheit. Es empfiehlt sich also die Morgenstunden zu nutzen. Zudem steigt die Sonne sehr schnell auf, so dass bereits ungefähr um 8:30 Uhr ein Sonnenstand und Temperaturen erreicht sind, die in Deutschland dem Stand von ca. 11:00 Uhr entsprechen.
Nun, wir brechen das Warten auf Wind um 9:00 Uhr ab und fahren los Richtung Krügerpark, unserer ersten grossen Etappe. Der Krüger-National-Park ist einer der grössten Tierparks im gesamten Afrika. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Er liegt östlich von Johannesburg an der Grenze zu Mozambique und ist von Johannesburg aus bequem in 4 bis 5 Stunden erreichbar. Im Park gibt es ein sehr gutes ausgebautes Teer- und Schotterstrassennetz, das man selbst befahren kann. Die Tierbeobachtung erfordert allerdings viel Geduld und Zeit. Wir sind diesmal allein 5 Tage im Park unterwegs gewesen, was sich aber wirklich gelohnt hat.
Wie man Tiere wie Löwen und Leoparden findet, ist eine kleine Wissenschaft für sich. Wer meint, die Tiere warten drauf fotografiert zu werden, wird sicher enttäuscht. Aber es gibt auch wieder Tage, an denen einem nach kurzer Zeit 5 Löwen über den Weg laufen. Und wer die Tiere einmal in freier Wildbahn gesehen hat, wird unsere Zoos mit ganz anderen Augen sehen. Die 5 Tage im Park verbinden wir mit 4 übernachtungen in verschiedenen Camps innerhalb des Parks, was ich nur jedem empfehlen kann. Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich.
Die Kosten für übernachtungen in den Camps halten sich wirklich in Grenzen. Man kann kleine Rundhütten, feste Zelte (240 ZAR pro Zelt) oder auch Campsites mieten. Allerdings muss man das von Deutschland aus sicherheitsshalber vorreservieren und innerhalb von 24 Stunden auch bezahlen (Kreditkarte). Die festen Zelte sind mit Grill, Geschirr, Kühlschrank und festen Betten ausgerüstet. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber und komfortabel. Allerdings wird es im Zelt jeden Morgen bei Sonnenaufgang sehr laut. Von wegen stille Natur - das ist absoluter Quatsch. Vögel uns sonstiges Viechzeugs veranstalten einen höllen Lärm.
Unser erster Tag im Park endet mit Sichtungen von Giraffen, Nashörnern, Pavianen, Warzenschweinen, Zebras, Gnus, Impalas und einem Eichhörnchen. Am Abend wird das erste mal gegrillt - nämlich Hühnchen Satee-Spiesse mit Peri-Peri, Ananas-Honig und Knoblauch-Lemon Saucen.
So ziehen sich die Tage hin mit Tierbeobachtung, Grillen und Biertrinken. Die Ausbeute unserer Safari kann sich am Ende sehen lassen. Wir haben vor allem einige Löwen gesehen, und bis auf Leoparden und Geparden auch den Rest der Big 5 / Big 9. Das absolute Highlight war allerdings, eine abendliche Ausfahrt nahe des Camps Crocodile Bridge kurz vor Schliessung des Parks.
Dabei haben wir zwei Wild-Hunde, von denen es im Park nur 400 Stück gibt (Löwen ca. 1.200 glaub ich) beim Jagen beobachten können. Die Tiere haben quasi 20 Meter von uns entfernt, einen Impala Bock gerissen, der dann direkt neben unserem Wagen von dem ganzen Rudel verspeist wurde. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Der Bock hat uns natürlich schon leid getan, aber sein Tod sicherte das überleben des Rudels, das sollte man nicht aus dem Blickwinkel verlieren.
Den Krügerpark verlassen wir nach ein paar Tagen in Komatiport und fahren von dort weiter nach Ressano Garcia, Grenzübergang nach Mozambique. Bilder braucht man entgegen der Auskunft der Botschaft in Berlin nicht.
Aber schon bei der übernahme des PKW ist eine Erlaubnis der Mietwagenfirma einzuholen! Sonst hat man keinen Versicherungsschutz bei Beschädigung oder Diebstahl des Wagens und riskiert evt. an der Grenze abgewiesen zu werden!
An der Grenze holt man sich erst einen Passierschein mit dem man in den Bereich der Border Control einfahren kann. Dort kann man sein VISA (ca. 30 USD) beantragen und das Auto einführen ( Formular kostet 10 ZAR). Der Wagen muss dann noch von einem Beamten draussen gecheckt werden (2.Passierschein), dann darf man die Border Control Richtung Inland verlassen.
Ob man eine Third-Party Liability/Kfz-Versicherung braucht, wissen wir nicht genau. Wir haben keine abgeschlossen, obwohl die Makler sich wie die Schmeissfliegen auf jeden Einreisenden stürzen. Grenzbeamte haben auf Nachfrage nur die Achseln gezuckt. Sinnvoll ist es im Rückblick wahrscheinlich schon.
Bei Problemen oder Fragen sollte man unbedingt darauf hinzuweisen, dass man aus Deutschland und nicht aus Südafrika kommt. Dann geht alles gleich nochmal viel freundlicher und hilfsbereiter. Mozambique stand nämlich früher in engem Kontakt mit der DDR.
Mozambique ist eine Erfahrung für sich. Sich mit Reiseliteratur zu versorgen und diese kritisch zu lesen, kann ich nur empfehlen. Nach Maputo oder Bilene kann man wohl mit einem normalen PKW fahren, ansonsten ist dringend ein Geländewagen erforderlich. Das Land ist nach dem letzten Bürgerkrieg bis Mitte der 80-iger Jahre und der grossen Flutkatastrophe von 2000 in einem absolut desolaten Zustand. Der Verkehr in Maputo erfordert Nerven, weil man nie weiss, was über die nächste Kreuzung geschossen kommt. Ampeln stellen insoweit wohl nur unverbindliche Vorschläge dar. Mit der öffentlichen Sicherheit ist es auch nicht sehr gut bestellt. Vorsicht ist ständig, auch am Tag angesagt. Maputo ist jedoch auch ein beliebtes südafrikanisches Urlaubsziel, weil die von Johannesburg aus am schnellsten erreichbaren Strände um Maputo liegen.
SA - Mozambique Teil III: Die Reise (Fortsetzung)
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[May 5, 2012 12:00:00 AM]
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